Boorberg Verlag

Schutz und Sicherheit

24.08.2005

Die Sicherheitswirtschaft und die Begriffe Schutz und Sicherheit

In den modernen Berufs- und Fortbildungsabschlüssen der Sicherheitswirtschaft haben sich inzwischen die Begriffe "Schutz und Sicherheit" etabliert:
  • Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft,
  • Fachkraft für Schutz und Sicherheit,
  • Meister für Schutz und Sicherheit.
Nicht jedem ist die dahinter verborgene Differenzierung bewusst. Die Schöpfer der Bezeichnungen Schutz und Sicherheit beabsichtigten, sowohl die präventive Funktion als auch den abwehrenden Charakter qualifizierter und komplexer Sicherungstätigkeit deutlich zu machen. Leider ermöglicht die nunmehr geläufige Wortkonstruktion dennoch keine eindeutige Zuordnung. Eine Ursache dafür scheint das "Dilemma" der deutschen Sprache zu sein, die nahezu alle Bemühungen zur Schadenverhütung mit dem Wort "Sicherheit" umschreibt: Arbeitssicherheit, Unternehmenssicherheit, Verkehrssicherheit u.a.m. Für eine klarere Unterscheidung werden heute hilfsweise Termini aus dem englischen Sprachraum verwendet, die diesbezüglich eine recht eindeutige Trennung vornehmen - "Security und Safety".

Security

Der Begriff Security beschreibt alle Aktivitäten, die der Verhinderung vorsätzlicher Handlungen dienen. Es geht also darum, dem Tun jener Menschen Einhalt zu gebieten, die "mit Wissen und Wollen" andere schädigen möchten. Unter Security fallen - um nur einiges zu nennen - das Verhindern von Angriffen auf Personen, von Eigentumsdelikten oder aber von Verletzungen des Geheimbereichs. Selbstverständlich steht hierbei stets die Prävention im Vordergrund. Zugleich muss die Befähigung zur Gefahrenabwehr gegeben sein.

Safety

Unter Safety wird die Vorsorge gegen eher "zufällige" Schadensereignisse verstanden. Diese können z.B. durch Naturgewalten ausgelöst werden oder sie haben ihre Ursache im Versagen der Menschen, z.B. durch fahrlässiges Verhalten. Hier werden u.a. sog. "Mitwirkungsaufgaben" eingeordnet, bei denen das Sicherheitspersonal Aufgaben im Brandschutz, Umweltschutz oder Arbeits- und Gesundheitsschutz erfüllt. Diese Aufgaben haben überwiegend vorbeugenden Charakter. Sie zielen im Ereignisfall darauf, Schäden weitgehend zu verhüten oder - soweit möglich - zu begrenzen.

Sicherheit

Begrifflich dürfte dem Problem trotz neuer Wortschöpfungen nicht beizukommen sein. Beleg dafür sind u.a. die Bezeichnung spezieller Funktionsträger in der Wirtschaft, z.B. Leiter Werkssicherheit sowie Sicherheitsingenieur. Während sich der eine vorrangig um die Security" bemüht, hat der andere hauptsächlich für "Safety" zu sorgen.

Praxishinweise

  • In der betrieblichen Praxis ist zu stark abgrenzendes "Ressortdenken" ohnehin schädlich.
  • Es kommt vielmehr darauf an, die Bemühungen um Safety und Security sinnvoll zu verflechten.
  • Daraus hervorgehende Synergien könnten den Wertschöpfungsprozess eines Unternehmens durchaus positiv beeinflussen.
  • Insofern werden Fachleute benötigt, die beide Bereiche "bedienen" können, denn nur so lassen sich Schutz und Sicherheit auf hohem Niveau gewährleisten.








Autor: Dr. phil. Ulrich Jochmann

Anlass: Schutz und Sicherheit

Die Begriffe "Schutz und Sicherheit" haben sich in der aktuellen Ausbildung der Sicherheitswirtschaft etabliert. "Sicherheit" umschreibt nahezu alle Bemühungen zur Schadenverhütung. Eine eindeutige Zuordnung lassen nur die engl. Begriffe "Security" für die Abwehr von Angriffen auf Unternehmen und "Safety" für Schadensvorsorge zu. Es werden Fachleute benötigt, die beide Bereiche "bedienen" können und Schutz und Sicherheit auf hohem Niveau gewährleisten.

Sachbereich: A5 Aktuelles und Grundlagen - Aus- und Fortbildung

Schlagwörter: Schutz, Sicherheit, Safety, Security


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