Boorberg Verlag

Mehr Vorbeugung in der Welt der Arbeit

18.11.2007

Mehr Vorbeugung in der Welt der Arbeit

Bund, Länder und Unfallversicherungsträger wollen mit der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie verstärkt Anstrengungen unternehmen, um die Zahl und die Schwere der Arbeitsunfälle zu reduzieren. Besonders der Bereich Hautschutz, Muskel- und Skelett-Belastungen stehen im Fokus. Hierzu wurden Kooperationen zwischen Krankenkassen, Berufsverbänden und Wissenschaft vorgenommen, um die Problematik ganzheitlich zu betrachten.

Wettbewerbsfähigkeit durch Gesundheitsschutz

Termin- und Leistungsdruck führt gerade vermehrt in mittleren und kleinen Betrieben zu psychischen Fehlbelastungen bei den Versicherten. Laut einer Befragung der INQA (Initiative für Neue Qualität bei der Arbeit) halten 74% der befragten Arbeitnehmer Gesundheitsschutz und Sicherheit für einen wichtigen Aspekt guter Arbeit. Weiterhin identifizieren sich die Beschäftigten bei guten Arbeitsbedingungen mehr mit ihrer Arbeit. Dadurch sind sie leistungsbereiter, kreativer und innovativer und erbringen einen erheblichen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.

Arbeitsschutzstrategie

Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie soll in alle Betriebe hineinwirken. Mit aktiver Unterstützung der Sozialpartner und unter Einbeziehung der Krankenkassen soll dies laut Arbeits- und Sozialminister der Länder umgesetzt werden. Die Maßnahmen sind auch notwendig, da arbeitsbedingte Erkrankungen und Beschwerden erhebliche Kosten im Gesundheitswesen verursachen.
Die Arbeits- und Sozialministerkonferenz vom 16.11.2007 hat folgende Arbeitschutzziele vorgestellt:
  1. Schwere und Zahl der Arbeitsunfälle zu reduzieren,
  2. Reduzierung von Muskel- und Skelettbelastungen sowie
  3. Verringerung der Häufigkeit und Schwere der Hauterkrankungen.
Das Bundesarbeitsministerium wird für die geplante Organisationsreform der gesetzlichen Unfallversicherungen die notwendigen Gesetzesänderungen vorlegen.

Arbeitsunfälle verursachen menschliches Leid und hohe gesellschaftliche und betriebliche Kosten. 2005 betrugen die Aufwendungen für Arbeitsunfälle im gewerblichen Bereich bundesweit 4,7 Milliarden Euro. Jeder meldepflichtige Arbeitsunfall bedeutet einen durchschnittlichen Aufwand von ca. 4000 Euro.

Autor: Jonny Schröder

Anlass: Arbeitsschutzstrategie

Die Arbeits- und Sozialminister der Bundesländer haben auf ihrer Konferenz in Berlin gemeinsame Arbeitsschutzziele bis 2012 beschlossen. Diese sollen mit aktiver Unterstützung der Sozialpartner und unter Einbeziehung der Krankenkassen umgesetzt werden und Schwere und Zahl der Arbeitsunfälle reduzieren.

Sachbereich: D2 Fachspezifische Themen - Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz

Schlagwörter: Arbeitsschutzstrategie, Gesundheitsschutz


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