Boorberg Verlag

Reisesicherheit - Kleine und mittlere Unternehmen in der Fürsorgepflicht

06.07.2015

In Konstanz fand am 11.06.2015 eine interessante Informationsveranstaltung zum Thema Reisesicherheit für KMUs bei einem Unternehmen für Reisesicherheit  statt.

Sicherheitsrelevante oder medizinische Vorfälle können eine Auslandsreise maßgeblich beeinträchtigen. Die Folgen für den betroffenen Mitarbeiter, aber auch für das Unternehmen selbst können erheblich sein.  Arbeitgeber haben eine gesetzliche Fürsorgepflicht gegenüber ihren Mitarbeitern, auch auf Auslandsreisen. Wird diese Pflicht schuldhaft verletzt, machen sich die Verantwortlichen schadensersatzpflichtig und können persönlich haftbar gemacht werden. Unternehmen, die Mitarbeiter ins Ausland entsenden, müssen sich daher mit dem Thema Reisesicherheit auseinandersetzen – ungeachtet der Größe der Firma.
 

Die Risiken auf Auslandsreisen wie z. B. Kriminalität,  Terrorismus,  Zivile Unruhen, Bewaffnete Konflikte, Politische Instabilität,  Allgemeine Risiken, Medizinische Risiken, Arbeitsunfälle, Wegeunfälle bedürfen einer ernsthaften Betrachtung vor und während der Reise. Selbstverständlich gehört auch eine Nachbereitung dazu.

Die Sicherheitslage unterscheidet sich grundsätzlich vom Entsendestaat und auch in den besuchten Ländern sehr erheblich von Provinz zu Provinz, und je nach tagesaktueller Lage. Das ist nicht nebenher zu steuern. Hierzu bedarf es umfangreichen Grundwissens und ausreichender Aktualität, wobei die Aktualität unter Umständen nicht nur tagesaktuell, sondern noch enger eingegrenzt werden muss. Das hängt von der Lage im besuchten Gebiet ab.

Kernziele eines Reisesicherheitskonzepts

  • Kernziele eines Reisesicherheitskonzepts eines Unternehmens sind die Reduzierung von Risiken jeder Art für Mitarbeiter im Ausland und die unverzügliche  Sicherstellung professioneller Unterstützung bei Vorfällen. Es gilt durch geeignete präventive und proaktive Maßnahmen vor und während der Reise sicherheitsrelevanten, medizinischen und sonstigen  Vorfällen  vorzubeugen.  Auswirkungen sind zu mindern.
  •  Für den Fall der Fälle sind reaktive Maßnahmen bereitzuhalten, damit betroffene Mitarbeiter schnellstmöglich professionelle Unterstützung, dem Vorfall angepasst, erhalten.
  •  Das einmalige Studium von Unterlagen zur Reisesicherheit vor der Reise ist nicht ausreichend. Durch die sich ständige ändernde Sicherheitslage auch  in EU-Staaten ist eine aktualisierte Information wichtig.
  •  Damit der Reisende aber nicht mit nutzlosen Informationen überlastet wird, ist es wichtig, eine auf seine Reiseziele zugeschnittene Information zu erhalten.
  • Auch große Corporate Security Einheiten haben nicht das Mitarbeiterpotential, um diesen Arbeitsaufwand zu bewältigen. Auch sie bedienen sich der am Markt befindlichen Spezialisten.
  •  Die Informationen sollen in der Landessprache des Unternehmens und mindestens  in Englisch abrufbar sein.
  • Ebenso muss es einen Ansprechpartner geben, der 24 Stunden pro Tag erreichbar ist, um auch Zeitverluste durch unterschiedliche Zeitzonen zu vermeiden.
  • Kurze Entscheidungswege im Fall der Fälle müssen vorab vereinbart sein.

Investition in Reisesicherheit

Wer in Reisesicherheit investiert, wird seiner gesetzlichen Fürsorgepflicht gerecht, handelt effizient bei mögliche Kosten für Notfallmaßnahmen, minimiert wirtschaftliche Einbußen, Reputationsschäden und juristische Konsequenzen, die gerade für KMUs existenzbedrohend sein können. Diese Investition ist auch für die Anwerbung zukünftiger Mitarbeiter entscheidend, da ein Unternehmen, das seine Mitarbeiter auf Reisen alleine lässt, nur schwer gutes Personal finden wird.

 

Quellen:

www.exop-group.com/de/reisesicherheit

 

Der Beitrag enthält Produktwerbung.

Autor: Dr. Lindner, Joachim

Anlass: Informationsveranstaltung am 11.06.2015

Auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist der Export ein wichtiger Geschäftszweig geworden, der nicht nur Gewinn, sondern auch neue Risiken und Kosten mit sich bringt. Die Reisesicherheit der eigenen Mitarbeiter ist ein neues Risiko mit Verpflichtung für das Unternehmen. Verletzt der Arbeitgeber diese Pflicht schuldhaft, macht er sich schadensersatzpflichtig und kann persönlich haftbar gemacht werden, ungeachtet der Unternehmensgröße.

Sachbereich: A1 Aktuelles und Grundlagen - Sicherheit im Wandel der Gesellschaft

Schlagwörter: Reisesicherheit, Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, Auslandsentsendung, Kriminalität, Terrorismus, Politische Instabilität, Medizinische Risiken, Wegeunfälle


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