Boorberg Verlag

Deutscher Sicherheitstag: Stärkere Zusammenarbeit beim Wirtschaftsschutz notwendig

15.11.2015

Globale Megatrends bedrohen die deutsche Wirtschaft

Der erste deutsche Sicherheitstag machte deutlich, dass Staat und Wirtschaft in Sachen Wirtschaftsschutz stärker als bisher zusammenarbeiten müssen. Globale Megatrends wie Digitalisierung und Vernetzung oder der Zerfall von Staaten stellen die deutsche Wirtschaft vor enorme Herausforderungen, die sie alleine nicht bewältigen kann. „Staat und Wirtschaft müssen in Fragen des Wirtschaftsschutzes viel stärker aufeinander zugehen. Hierzu müssen die erforderlichen Ressourcen bereitgestellt und die notwenigen rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden“, fasste ASW-Geschäftsführer Jan Wolter zusammen.

Drei Diskussionsrunden

Die erste Diskussionsrunde widmete sich den Themen Datenschutz und Datensicherheit und zeigte, wie komplex das Thema unter Sicherheitsaspekten ist. Mehr Datenschutz bringt einerseits mehr Sicherheit. So werden Spionage, Sabotage und kriminelle Handlungen erschwert, wenn mit Daten sorgsam umgegangen wird. Andererseits wird die Aufklärung von Straftaten schwieriger, wenn weniger Informationen vorliegen. Deutlich wurde auch, dass die Sorge vor dem Zugriff von Staaten auf die Daten von Bürgern und Unternehmen zwar durchaus berechtigt ist. Jedoch sammelten viele Geschäftspartner über ihre Software und Online-Dienste weit mehr Daten und könnten damit ein viel größeres Bedrohungspotenzial entfalten.

Im zweiten Panel stand die Frage im Raum, ob die Schlacht um die Cyber-Sicherheit bereits verloren ist. Dies wollten die Diskussionsteilnehmer so nicht bestätigen. Eine weiter zunehmende Digitalisierung und Vernetzung berge jedoch weitere Gefahren mit sich, die insbesondere kleine und mittelständische Betriebe massiv unterschätzten. Es fehle ihnen nicht nur an Expertise, sondern bereits an der grundlegenden Erkenntnis, dass Investitionen in diesem Bereich unentbehrlich sind. Daneben würde der menschliche Faktor allzu oft außer Acht gelassen.

Internationale Krisen waren das Thema der dritten Diskussionsrunde. Der Zerfall von Staatlichkeit wurde hier als eine der zentralen Ursachen für Kriege und Konflikte gesehen. Unternehmen könnten sich dem alleine kaum entgegen stellen, sondern lediglich versuchen, die Konsequenzen zu managen. Hier sei vor allem die Politik gefragt, tragfähige Lösungen zu entwickeln, die für langfristige Stabilität sorgen.

Auszeichnung für Jörg Ziercke, Präsident des Bundeskriminalamtes a.D.

Vorträge des ASW-Vorsitzenden Volker Wagner, des Schriftstellers Karl Olsberg, von Uwe Heim (Experte für Finanzermittlungen bei Deloitte Forensic) sowie von Telekom-Vorstand Dr.Thomas Kremer rundeten das Programm ab. Am Vorabend wurden im Rahmen eines Gala-Dinners  herausragende Leistungen von Unternehmen und Personen aus der Sicherheitsbranche mit den Outstanding Security Performance Awards (OSPAs) gewürdigt.  In der Kategorie „Besonderes Lebenswerk“ erhielt Jörg Ziercke, Präsident des Bundeskriminalamtes a.D., die Auszeichnung.

 

 

Autor: Sonntag, Susanne

Anlass: Erster Deutscher Sicherheitstag des ASW in Berlin

Zu dem Thema „Wirtschaftsschutz heute: Szenarien. Lösungen. Trends.“ veranstaltete der ASW Bundesverband am 12. November in Berlin mit mehr als 130 Teilnehmern den ersten Deutschen Sicherheitstag. Der ASW Bundesverband vertritt die Interessen der deutschen Wirtschaft in Sicherheitsfragen gegenüber Politik und Medien. Er wird getragen von den deutschen regionalen Sicherheitsverbänden (VSWn) sowie diversen fachspezifischen Bundesverbänden und Fördermitgliedern.

Sachbereich: C2 Krisenmanagement/Gefahrenabwehr - Betriebliche Gefahrenabwehr

Schlagwörter: Wirtschaftsschutz, ASW Bundesverband, Zerfall von Staatlichkeit, Cyber-Sicherheit, Vernetzung, Digitalisierung


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