Boorberg Verlag

Das Darknet als Handelsplatz

14.09.2016

In den vergangenen Wochen ist der Begriff „Darknet" in aller Munde. Auch die Bundesregierung hat sich aktuell dazu geäußert. Doch welches Phänomen verbirgt sich genau dahinter? Welche Gefahren gehen hiervon aus? Wie groß ist die Anzahl der Marktplätze für Waffen? Und: Welche Chancen bietet das Darknet beispielsweise der Washington Post oder den Strafverfolgungsbehörden? Dieser Artikel gibt Antworten.

Was ist das Darknet?

Das sog. Darknet ist mit normalen Browsern nicht erreichbar. Um es nutzen zu können wird eine spezielle Software benötigt. Nutzern ist es dann möglich völlig anonym zu surfen bzw. sich mit anderen Anwendern auszutauschen. Dabei werden keine Namen oder andere Personenspezifika übermittelt. Die Nutzer sind nur durch ihre Pseudonyme erkennbar. Auch Chats sind mithilfe solcher Software möglich. Messaging Dienste die ein ähnliches Protokoll wie die Kryptowährung Bitcoin nutzen, erlauben anonymes chatten.

Welche Gefahren gehen vom Darknet aus?

Durch das Darknet und dessen Anonymität können illegale Waren bezogen werden. Waffen, Drogen, Pornografie aber auch Dienstleistungen wie DDoS-Attacken können erworben werden. Bei der Bezahlung wird auf kryptographische Währungen wie z.B. Bitcoin zurückgegriffen. Damit wird es fast unmöglich nachzuvollziehen wer mit wem illegale Geschäfte abgewickelt hat.

Welche Chancen entstehen durch das Darknet?

Es gibt jedoch auch eine andere Seite des Darknets. So können z.B. Zensursperren umgangen werden und journalistische Arbeit, auch in Ländern in denen dies sonst nicht möglich wäre, geleistet werden. The Guardian und auch die Washington Post nutzen das Darknet, um an brisante Informationen zu kommen die auf herkömmlichem Wege nicht zu beziehen wären. So konnten z.B. Protestierende des arabischen Frühlings das Darknet für sich nutzen, um nicht von staatlichen Apparaten zensiert zu werden. Aber auch Whistleblower nutzen das Darknet, um Informationen an Dritte weiterzuleiten ohne sich dabei selbst in Gefahr zu bringen.

Wie verhalten sich die Bundesregierung bzw. die Behörden?

Die Bunderegierung geht davon aus, dass es ca. 50 Handelsplattformen geben soll, auf denen man zu Waffen und Munition gelangen kann. Jedoch werden viele dieser Marktplätze kurzfristig wieder geschlossen und neue wiederum eröffnet. Auch seien viele dieser Angebote nur Scheinangebote von Betrügern, die nicht die Absicht besäßen Waffen zu verkaufen.

Die ARD fiel z.B. auf einen Betrüger im Darknet rein, als versucht wurde eine Kalaschnikow zu kaufen. Bei diesem Testkauf wurde die Ware seitens der ARD bezahlt, jedoch wartet die Redaktion noch heute auf die Kalaschnikow. Weiter führt die Bundesregierung aus, dass bereits mehrere dieser Marktplätze aufgrund von Ermittlungen geschlossen werden konnten. Um die Ermittlungen zu erleichtern, werden pseudonyme Profile angelegt, um so mit den Anbietern illegaler Waren in Kontakt zu kommen. Es werden auch die Möglichkeiten ausgeschöpft, die dem Bundesamt für Verfassungsschutz zugesprochen werden,  V- Leute bzw. verdeckte Mitarbeiter für Ermittlungszwecke einzusetzen.

Bei den jüngsten Ermittlungen gegen den Waffenhändler, bei dem der Schütze des Amoklaufes in München seine Waffen bezog, konnten die Ermittler den Händler nur über ein Scheingeschäft überführen. Sie gaben vor Waffen und Munition im Wert von 8000 € kaufen zu wollen. Der Waffenhändler erzählte während der fingierten Übergabe, dass er dem Amokschützen wenige Wochen zuvor die Waffe mitsamt Munition verkauft habe. Bei der Übergabe nahmen sie den 31 jährigen Mann fest.

 

Quellen:

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/094/1809487.pdf

 

Praxishinweise:

Terror, Amok, Gewaltexzess: Verletztes Sicherheitsempfinden im öffentlichen Raum

Autor: Zischke, Frederik

Anlass: Grundlagen des Darknets

In den vergangenen Wochen ist der Begriff „Darknet" in aller Munde. Auch die Bundesregierung hat sich aktuell dazu geäußert. Doch welches Phänomen verbirgt sich genau dahinter? Welche Gefahren gehen hiervon aus? Wie groß ist die Anzahl der Marktplätze für Waffen? Und: Welche Chancen bietet das Darknet beispielsweise der Washington Post oder den Strafverfolgungsbehörden? Dieser Artikel gibt Antworten.

Sachbereich: A2 Aktuelles und Grundlagen - Sicherheitsrisiken/Bedrohungen

Schlagwörter: Datenschutz, Waffenhandel, Darknet, IT-Sicherheit


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