Boorberg Verlag

Richtiges Verhalten in Krisensituationen

02.04.2018

„Betrügereien, Identitätsdiebstahl, Falschgeld, Schadsoftware – Hier finden Sie wichtige Informationen, wie Sie sich als Betroffener richtig verhalten.“ Auf der Seite des BKA finden sich nach diesen Worten unterschiedliche Szenarien beschrieben, für die den Bürgern Hinweise gegeben werden. Anbei finden Sie als Beispiel den Beitrag zu betrügerischen Gewinnversprechen am Telefon. Weitere Beiträge schildern richtiges Verhalten bei

  •    Erhalt von Falschgeld
  •    Straftaten im Internet
  •    Verdacht des Menschenhandels
  •    Radikalisierung
  •    Umgang mit (verdächtigen) Arzneimitteln
  •    Erwerb von Waffen und Waffenbesitz
  •    Wohnungseinbruchdiebstahl
  •    Verdacht auf Korruption
  •    Zahlungskartenkriminalität

Richtiges Verhalten bei betrügerischen Gewinnversprechen am Telefon

Ältere Bürgerinnen und Bürger werden immer häufiger Opfer von Betrugshandlungen am Telefon. Das Vorgehen der Täter ist dabei außerordentlich facettenreich und reicht von Einforderungen von Gebühren für die angebliche Teilnahme an Gewinnspielen bis hin zu falschen Gewinnversprechen.

Call Center-Betrug

Die Täter agieren aus Call-Centern in der Türkei, geben sich als Rechtsanwälte oder Notare aus und informieren die Angerufenen beispielsweise über den angeblichen Gewinn eines hohen Geld- oder Sachpreises. Sie suggerieren, dass der Gewinn nur ausgezahlt werden kann, wenn der Gewinner in Vorleistung tritt. Es sollen im Voraus Gebühren, Steuern oder andere Kosten bezahlt werden. Eine Verrechnung mit dem Gewinn wird mit unterschiedlichsten Begründungen abgelehnt. Die Opfer sollen die Beträge beispielsweise überweisen, in bar an einen Abholer übergeben oder per Post ins Ausland versenden.

Unabhängig von der Zahlung erfolgt niemals eine Gewinnausschüttung – ein Gewinn existiert nicht!

Sind Bürgerinnen und Bürger nach Vorauszahlung Opfer einer solchen Betrugsmasche geworden, so müssen sie damit rechnen, immer wieder von Betrügern angerufen und zu weiteren Zahlungen aufgefordert zu werden.

So geben sich die Call-Center-Mitarbeiter auch als Polizeibeamte oder Staatsanwälte aus und behaupten, dass sich die Angerufenen durch die Erstzahlung strafbar gemacht haben und ein angeblich gegen sie eingeleitetes Ermittlungsverfahren nur gegen eine weitere Zahlung schnell und unkompliziert abwendbar sei. Die Täter setzen die Opfer massiv unter Druck, wenn diese keine weiteren Zahlungen leisten wollen. Selbst wenn Opfer kein Geld mehr haben und alle Ersparnisse bereits aufgebraucht sind, lassen die Täter nicht von ihren Opfern ab und fordern dazu auf, Geld zu leihen oder einen Kredit aufzunehmen.

Manipulation von Rufnummern

Um die eigene Glaubwürdigkeit zu erhöhen, manipulieren die Betrüger gezielt die eigene Rufnummer, die im Telefondisplay des Opfers erscheint. Dort wird die Rufnummer einer deutschen Stadt angezeigt, obgleich sich der Täter bei seinem Anruf in einem Call-Center in der Türkei befindet. Passend zu einem Anruf eines vermeintlichen Notars aus Hamburg kann so auch eine Nummer mit Hamburger Vorwahl im Display des Angerufenen erscheinen.

Anwerbung von Finanzagenten ("Financial Agents")

Die perfide Masche der Täter geht sogar so weit, dass Personen als sogenannte Finanzagenten („Financial Agents“) angeworben werden, die den Tätern betrügerisch erlangtes Geld zuführen, so zum Beispiel

  • indem sie ihr eigenes Bankkonto zur Verfügung stellen,
  • indem sie ein neues Bankkonto eröffnen und den Tätern die Zugangsdaten mitteilen,
  • indem sie Bargeld (persönlich oder auf dem Postweg) entgegennehmen und weiterleiten oder
  • indem sie Beträge bei Geldtransferdienstleistern einzahlen.

Einerseits bedienen sich die Täter der Opfer von betrügerischen Gewinnversprechen und knüpfen eine Auszahlung des vermeintlichen Gewinns an das Tätigwerden als Finanzagent an. Anderseits nutzen Täter Bekannte oder Verwandte als Finanzagenten.

Die Gelder stammen oft von Personen, die selbst Opfer von illegalen Gewinnversprechen durch türkische Call-Center sind.

Die eigentliche Funktion des Finanzagenten ist der Transfer dieser Gelder an zuvor durch die Täter mitgeteilte Empfänger in der Türkei. Auf diese Weise werden die Herkunft und die Transferwege des Geldes verschleiert.

Anwerbung von Call Center-Mitarbeitern

Die Täter werben künftige Call-Center-Mitarbeiter auch in Deutschland über Anzeigen in einschlägigen Magazinen oder auf Internetportalen an. Voraussetzung für die Bewerbung sind gute Kenntnisse der deutschen Sprache. Potenziellen Bewerbern wird eine lukrative Verdienstmöglichkeit in Aussicht gestellt.

Durch das Vortäuschen eines nicht existenten Gewinns und die Veranlassung der Angerufenen, zum Teil hohe Geldbeträge ohne Gegenleistung zu entrichten, machen sich die Call-Center-Mitarbeiter wegen Betruges strafbar.

Quelle:

Alle Hinweise zum richtigen Verhalten in Krisensituationen finden Sie hier:

 

Autor: Bundeskriminalamt, Redaktion Internet

Anlass: Hinweise für die Bevölkerung

„Betrügereien, Identitätsdiebstahl, Falschgeld, Schadsoftware – Hier finden Sie wichtige Informationen, wie Sie sich als Betroffener richtig verhalten.“ Auf der Seite des Bundeskriminalamts finden sich nach diesen Worten unterschiedliche Szenarien beschrieben, für die den Bürgern Hinweise gegeben werden.

Sachbereich: C1 Krisenmanagement/Gefahrenabwehr - Handeln vor und in der Krise

Schlagwörter: Bundeskriminalamt, Verhaltenshinweise, Straftaten, Telefonbetrug


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