Boorberg Verlag

Frauen im Personenschutz - Seltenheit mit Vorzügen

15.06.2004

Frauen im Personenschutz - Seltenheit mit Vorzügen

Frauen sind im Personenschutz leider immer noch sehr selten! Nach taktischen Überlegungen haben Frauen durchaus ihren Platz im Personenschutz:
  • Es gibt Kundenanforderungen, nach welchen nur Frauen in Frage kommen, z.B. um die Damen oder eben die Kleinkinder zu betreuen.
  • Ethnische, religiöse und Kulturelle Rahmenbedingungen diktieren den Einsatz von Frauen.
  • Räume weiblicher Kunden und Damentoiletten müssen aufgeklärt und abgesichert werden.
  • In der Observation und der Informationsbeschaffung haben Frauen Vorteile gegenüber den männlichen Kollegen. Frauen haben es meist leichter sich im Umfeld zu integrieren, was nicht automatisch heißt, dass sie dabei nicht weniger erkannt werden.
Werden die Voraussetzungen, Erfahrungen und ihre körperlichen Eigenschaften (Körpergröße, Kraft, Muskelmasse, psychische und physische Belastbarkeit), entsprechend eingesetzt, sind Frauen ein wertvolles Element im Personenschutz und stellen eine große Bereicherung im Team dar.

Anforderungen

Natürlich richten sich die Anforderungen auch auf das Einsatzgebiet und die entsprechende Aufgabe, doch die generellen Voraussetzungen in den Bereichen Allgemeines Wissen, Safety- und Security-Verhalten sind analog den männlichen Kollegen, das Gleiche gilt für die harten Kriterien, genauso wie die weichen Kriterien der Persönlichkeit (vgl. Sicherheitsmelder vom 28.4.04: Schwarzenbach, Anwerbung von Personenschutz-Fachkräften).
Körperliche Unterschiede sind im Einzelfall zu beurteilen. Da es sich um individuelle Persönlichkeiten und einzelne Mitarbeiterinnen handelt, kann man nicht von der Masse der Frauen (allgemeine Statistiken) ausgehen.
Über allfällige Beeinflussungen auf die psychische und physische Belastbarkeit sowie damit verbundene emotionelle Auswirkungen, bedingt durch den Menstruationszyklus, können keine allgemeingültigen Aussagen gemacht werden. Zu verschieden, zu komplex und zu vielfältig sind die einzelnen Auswirkungen und Zusammenhänge mit Verhütungsmethoden und weiteren Einflüssen. Dieser Punkt muss deshalb individuell mit jeder eingesetzten Frau analysiert, besprochen und entsprechend berücksichtigt werden.

Frauen im Personenschutz-Team

In gemischten Teams muss man den unterschiedlichen Anforderungen der weiblichen Personenschützer Rechnung tragen und auch die daraus resultierenden logistischen Anforderungen anpassen. In der strategischen und taktischen Ebene sind die Inputs weiblicher Spezialisten gefragt und öffnen vielfach den Horizont. Frauen gehen die Probleme meist aus einer anderen Richtung an und setzten die Gewichtung entsprechend ein, was kombiniert meist ein umfassenderes Bild abgibt.

Motivation

Frauen, richtig trainiert und ausgebildet, sind in der Problemlösung konsequent und können ihre Eigenheiten positiv umsetzen. In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass es sehr wichtig ist, von Anfang an genau zu ergründen aus welcher Motivation heraus die Frau diesen Beruf ausübt und diesen Lebensweg gewählt hat. Gerade im Personenschutz gibt es allzu oft Frauen, die leider permanent im Wettbewerb mit dem männlichen Geschlecht stehen. Sie wollen und müssen sich dauernd beweisen und versuchen ihre Stärken übertrieben auszuspielen.

Praxishinweise:

  • Es ist sehr wichtig von Anfang an genau zu ergründen aus welcher Motivation heraus die Frau diesen Beruf ausübt und diesen Lebensweg gewählt hat. Gerade im Personenschutz gibt es oft auf Frauen, welche leider permanent im Wettbewerb mit dem männlichen Geschlecht stehen. Sie wollen und müssen sich dauernd beweisen und versuchen ihre Stärken übertrieben auszuspielen. Diese Schwäche im eigenen Selbstbewusstsein spiegelt sich jeweils stark in der Persönlichkeit wieder und kann gerade in Notsituationen, durch falsches Heldentum oder falsches Einschätzen der Situation, zu lebensbedrohenden Situationen führen.
  • Übertriebener Ehrgeiz wirkt sich negativ auf das Klima innerhalb des Teams aus und kann zu unlösbaren Spannungen führen. Deshalb ist es wichtig, die genauen Hintergründe umfassend zu kennen und die Frauen angepasst im Team zu integrieren und zu positionieren.
  • Fundierte Personalgespräche, gemeinsame Trainings und umfassende Führung sind die Grundsteine für ein optimales Miteinander. Dominante, harte und unerreichbar wirkende Frauen üben große Anziehungskraft auf die männlichen Kollegen aus und animieren diese ihre persönlichen Chancen auszuloten. Dies kann in einem Personenschutzteam nicht toleriert werden, da die Einsatzbereitschaft nachteilig beeinflusst wird.
Bekommt man diese Problempunkte rechtzeitig in den Griff, sind Frauen ein unverzichtbares Element im Team mit dem passenden Auftrag und den geforderten Rahmenbedingungen.

Autor: René Schwarzenbach

Anlass: Personenschutz, Frauen

Frauen, auch wenn sie beim Personenschutz in der Minderheit sind, sind in Teams besonders gefragt, insbesondere dann, wenn es um die Anforderungen der Zielpersonen und Kunden geht. Fundierte Personalgespräche, gemeinsame Trainings und umfassende Führung sind die Grundsteine für ein optimales Miteinander.

Sachbereich: A5 Aktuelles und Grundlagen - Aus- und Fortbildung

Schlagwörter: Personenschutz, Frauen im Personenschutz


-