Boorberg Verlag

Gesetzliche Unfallversicherung führt 2008 persönliches Budget ein

07.12.2007

Gesetzliche Unfallversicherung führt Persönliches Budget ein

Ab 1. Januar 2008 können Versicherte statt einer Sachleistung zur Rehabilitation eine Geldleistung erhalten, mit der sie ihre unterstützenden Maßnahmen selbst bezahlen. Damit können die Versicherten mehr als bisher die Auswahl von Pflegeeinrichtungen, Hilfsmitteln und anderen Dienstleistungsanbietern mit beeinflussen.

Es soll den Betroffenen mehr Selbstbestimmung gewährleistet werden. Die Versicherten erhalten beispielhaft nicht wie bisher einen Rollstuhl als Sachleistung, sondern einen Geldbetrag und bestimmem somit selbst, wo sie das Sachmittel erwerben.

Persönliches Budget

Voraussetzung für das Erhalten des Persönlichen Budgets ist, dass der Versicherte eine bestimmte Leistung oder ein Bündel von Leistungen beantragt, die budgetfähig sind, dies sind z.B.
  • Fahrtaufwendungen zur Reha,
  • Umschulungskosten oder
  • Sachmittelkosten.
Zum Einstieg sollte man das Budget für eine Leistung beantragen. Sollte dies gut funktionieren, könnte man überlegen, weitere Leistungen hinzuzunehmen. Eine ausführliche Beratung des Versicherten vor seiner Entscheidung ist hier unabdingbar.

Voraussetzungen für die Leistung

Das Persönliche Budget ist nicht immer von Vorteil. Ist der Erfolg der Rehabilitationsmaßnahme gefährdet, wird die Unfallversicherung kein Persönliches Budget zahlen. Ausschlaggebend ist hier, dass die Gesetzliche Unfallversicherung auch weiterhin
  • den Bedarf feststellt,
  • die Rehabilitation steuert und
  • für die Leistungsqualität verantwortlich bleibt.
Auch wenn die Unfallversicherung eine Leistung aufgrund von Rabattierungen kostengünstiger gestalten kann, ist das Persönliche Budget keine gute Lösung. Die Unfallversicherung zahlt nur den Betrag an den Versicherten, den sie selbst für die Leistung aufwenden müsste.

Praxishinweise

  • Möchte der Versicherte Leistungen in Form eines Persönlichen Budgets erhalten, schließen Unfallversicherungsträger und der Versicherte eine Vereinbarung ab.
  • Die Vereinbarung enthält Angaben wie Zahlungsrhythmus, Qualitätssicherung, Ziele des Budgets, Nachweis der Ausgaben und die Höhe des Budgets.


Autor: Jonny Schröder

Anlass: Unfallversicherung

Das Persönliche Budget in der gesetzlichen Unfallversicherung wird ab 1. Januar 2008 eingeführt. Voraussetzung für das Erhalten des Persönlichen Budgets ist, dass der Versicherte Leistungen beantragt, die budgetfähig sind. Versicherte schließen mit dem Unfallversicherungsträger eine Vereinbarung ab.

Sachbereich: D2 Fachspezifische Themen - Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz

Schlagwörter: Gesetzliche Unfallversicherung, Rehabilitationsmaßnahmen, Unfallversicherung


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