Boorberg Verlag

Nur ganzheitliche Schutzkonzepte bieten wirklichen Schutz vor Entführungen

08.04.2003

Professionelles Sicherheitsmanagement bei Entführungen

Im November 2002 versuchte eine siebenköpfige osteuropäische Verbrecherbande, die beiden Kinder des Fußballprofis David Beckham zu entführen. Kaum war diese Schlagzeile aus den Medien verschwunden, schockierte die versuchte Entführung der Kronprinzessin Madeleine von Schweden die Öffentlichkeit. Täter waren wiederum Osteuropäer. In Deutschland war die Familie von Matthias Sammer Ziel einer Entführung. Ein Tätertrio versuchte Frau und Tochter zu entführen und 1,8 Mio. Euro Lösegeld zu erpressen. Die Tat flog kurz vorher auf, da einer der Täter ausstieg und der Polizei einen Tipp gab.
Aber nicht nur Prominente sind Ziel dieser Gangs, sondern auch relativ unbekannte vermögende mittelständische Geschäftsleute und deren Familien. Dies zeigte im März 2003 sehr deutlich die Entführung eines achtjährigen Mädchens in Cloppenburg, bei der der Täter 1,2 Mio. Euro von der Familie erpressen wollte.

Die Ursachen für das Ansteigen dieser Kriminalitätsform liegen in einer gestiegenen Gewaltbereitschaft und einer deutlich niedrigeren Hemmschwelle für Kapitalverbrechen. Oft handelt es sich bei den Tätern um Osteuropäer, die durch Kriege und Krisen im Herkunftsland emotional verroht sind. Die geplante Öffnung der EU-Ostgrenzen für 12 weitere Anrainerstaaten in den nächsten Jahren mit einhergehenden Reiseerleichterungen wird diese Entwicklung noch verstärken.
Begünstigt durch die wirtschaftlich schlechte Lage in Deutschland, hohe Arbeitslosenzahlen und das Auseinanderklaffen der Schere zwischen Reich und Arm, sind auch immer mehr deutsche Täter bereit, extreme Taten durchzuführen.

Zahlen, Daten, Fakten

In den letzten zehn Jahren gab es weltweit über 10.000 (Quelle: AIG) gemeldete Entführungen. Insider wissen jedoch, dass die Dunkelziffer weitaus höher liegt. Die Lösegeldforderungen bewegten sich von 20.000,- Euro bis zu zweistelligen Millionenbeträgen. In 60 % dieser Fälle wurde das Lösegeld gezahlt.

Datum Geschädigte Lösegeldsumme
1985 Goehner 1.500 DM
1971 Aldi 7 Mio. DM
1973 Wienerwald 3 Mio. DM
1976 Millionärssohn Egolf unbekannt
1976 Springreiter und Unternehmer Snoek unbekannt
1976 Oetker 21 Mio. DM
1981 Nina von Gallwitz 1,5 Mio. DM
1985 Springer 15 Mio. DM
nicht gezahlt
1987 Schlecker 9,6 Mio. DM
1991 Fiszman angeblich kein
Lösegeld gezahlt
1991 Flick 10 Mio. DM
1993 Sohn eines Offenbacher Fleischgroßhändlers 2 Mio. DM
1994 Wattenscheider Fabrikantentochter
Britta Stelmann
Entführung konnte
verhindert werden
1995 Molkereichef Theo Müller Entführung
scheiterte
1996 Jan Phillip Reemtsma 30 Mio. DM
1996 Frankfurter Kaufmann Jakob Fiszman 4 Mio. DM
1997 Matthias Hintze unbekannt
1998 Unternehmerssohn Bodo Janssen unbekannt
(Quelle: Result Group)

Bei der Auswahl der Opfer konzentrieren sich die Täter neben den Familien der jährlich im Manager Magazin veröffentlichten Listen der TOP 250 auch auf vermögende Mittelständler. Im Fokus der Täter stehen dabei auch immer mehr die Kinder.

Der Geldadel

Rang Vermögen
in Mrd. Euro
Rang Vermögen
in Mrd. Euro
Rang Vermögen
in Mrd. Euro
1 Theo Albrecht 15,00 35 Klaus Tschira 2,00 69 Martin Viessmann 1,00
2 Familien Boehringer/von Baumbach 14,50 35 Heinz Baus 2,00 69 Klaus Oberwelland 1,00
3 Karl Albrecht 13,00 35 Maria-Elisabeth und Georg Schaeffler 2,00 69 Hermann-Heinrich Reemtsma 1,00
4 Familie Herz 10,20 35 Familie Wilheim von Finck 2,00 69 Hermann Schnabel 1,00
5 Werner Otto 6,20 35 Familie Knauf 2,00 69 Gerd Brachmann 1,00
6 Susanne Klatten 6,00 35 Familie Jahr 2,00 69 Friedhelm Loh 1,00
7 Friedrich Karl Flick 5,30 41 Otto Happel 1,90 69 Dieter Schaub 1,00
8 Reinhold Würth 4,60 42 Willi und Isolde Liebherr 1,80 69 Andreas von Bechtolsheim 1,00
9 Adolf und Ludwig Merckle 4,55 42 Familie Haindl 1,80 69 Familie Schuler-Voith 1,00
10 Curt Engelhorn 4,50 42 Familie Hanns Voith 1,80 79 Familie Spaeter 0,95
11 Reinhard Mohn 4,30 45 Madeleine Schickedanz 1,70 79 Götz Werner 0,95
12 Otto Beisheim 4,20 45 Hans und Paul Riegel 1,70 79 Familie Claas 0,95
12 Michael und Reiner Schmidt-Ruthenbeck 4,20 47 Familie Funke 1,65 82 Familie Ströber 0,90
14 Hasso Plattner 3,70 48 Familie Rethmann 1,60 82 Robert Vogel 0,90
15 Stefan Quandt 3,60 48 Familie Stihl-Mayr 1,60 82 Hans-Joachim Langmann 0,90
15 Familie Braun 3,60 50 Berthold Leibinger 1,55 82 Familie Wagner 0,90
82 Familie Cloppenburg 0,90

(Quelle: TOP 250 aus dem MANAGER Magazin 03/2003)

Motive, Täter, Tatorte

Während in Osteuropa und Südamerika auch politische Motive eine Rolle spielen, sind es in Deutschland fast ausschließlich finanzielle Interessen der Täter. Die Bandbreite der Täter reicht dabei von arbeitslosen Hilfsarbeitern bis zu Berufskriminellen, die sich generalstabsmäßig auf ihre Taten vorbereiten.
Bei den Tatorten bergen regelmäßige Anlaufpunkte, wie z.B. die Wohnung, der Arbeitsplatz, die Schule oder sich wiederholende Termine die größten Gefahren. So ist es nicht verwunderlich, dass über 80 % der Taten sich an Werktagen im Zeitraum zwischen 06.00 und 09.00 Uhr ereignen, wenn das Opfer das Haus verlässt oder die Arbeitsstelle betritt.

Wirksamer Schutz vor Entführungen

Basierend auf jahrzehntelanger Erfahrung im Bereich k & r wurde von den Spezialisten der Result Group das Konzept PriSec© (Private Security) entwickelt. Denn nur ein ganzheitliches Konzept bietet wirksamen Schutz. Die Result Group legt dabei eindeutig den Schwerpunkt auf Prävention. Ihre Philosophie ist es, für den Krisenfall vorbereitet zu sein, ihn aber nicht eintreten zu lassen.
Die Basis für ein professionelles Sicherheits- und Krisenmanagement bildet die Auditierung. In diese Schwachstellenanalyse fließen alle sicherheitsrelevanten Informationen über die Schutzpersonen und ihre Umgebung mit ein. Dazu gehören u.a. Gebäudesicherheit, Personenschutz, sicherheitsrelevante Vorfälle der Vergangenheit, die Lebensgewohnheiten und das nähere Umfeld der Schutzpersonen.
Aufbauend auf der Auditierung wird das Sicherheitsmanagement erstellt. Dieses regelt das alltägliche Handling aller sicherheitsrelevanten Angelegenheiten. Ziel ist es "höchstmögliche Sicherheit" für die Schutzperson unter der Prämisse "geringstmöglicher Beeinträchtigung der Intimsphäre" zu gewährleisten.

Inhalte eines modernen Sicherheitsmanagements

  • Aufbau einer Sicherheitsorganisation
  • Personenschutz (mittelbar oder unmittelbar)
  • Aufklärungsmaßnahmen (Vorfeldaufklärung)
  • Objektsicherheit
  • Technische Maßnahmen (Fahrzeug- und Personenschutzsender)
  • Briefing von Schutzpersonen und Angestellten
  • Training und Verhaltensschulungen
  • Versicherungen gegen k & r
  • Protectionfahrzeuge

Sollte es dennoch zu einer Entführung kommen, erhöht ein professionelles Krisenmanagement erheblich die Überlebenschancen. Voraussetzung dafür ist aber der präventive Aufbau der erforderlichen Strukturen und Zuständigkeiten. Bereits im Vorfeld muss der Krisenfall genau definiert sein. Die Strukturen, Verantwortlichkeiten und Kommunikationswege müssen eindeutig festgelegt werden. Den Mandanten der Result Group steht dafür eine 24 Stunden erreichbare Task Force zur Seite. Im Krisenfall steht damit, nach "Drücken des roten Knopfes", ein professioneller Stab zur Verfügung, der die komplette Koordination, immer unter der Prämisse "höchstmöglicher Sicherheit für die Schutzperson" regelt.

Autor: Walfried O. Sauer

Anlass: Entführungen

Ursachen für das Ansteigen der Kriminalitätsform der Entführung liegen in einer gestiegenen Gewaltbereitschaft und einer deutlich niedrigeren Hemmschwelle für Kapitalverbrechen. In die Schwachstellenanalyse fließen alle sicherheitsrelevanten Informationen über die Schutzpersonen und ihre Umgebung mit ein, dazu gehören u.a. Gebäudesicherheit, Personenschutz, sicherheitsrelevante Vorfälle der Vergangenheit, die Lebensgewohnheiten und das nähere Umfeld der Schutzpersonen.

Sachbereich: C1 Krisenmanagement/Gefahrenabwehr - Handeln vor und in der Krise

Schlagwörter: Entführung, Lösegeldforderungen, Schutzperson, Sicherheitsmanagement Entführung, Auditierung


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