Boorberg Verlag

Neuordnung der Ausbildung Schutz- und Sicherheit

30.06.2008

Branchenentwicklung

Das Sicherheitsgewerbe hat sich zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor in Deutschland entwickelt. Laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB), Stand Mai 2008, waren 2006 in den etwa 3.300 Unternehmen rund 171.000 Beschäftigte registriert. In dem bisher einzigen und jetzt modernisierten Ausbildungsberuf Fachkraft für Schutz und Sicherheit sind bis 2006 mehr als 2.100 Ausbildungsverhältnisse gezählt worden. Derzeit werden insgesamt rund 2.300 Fachkräfte ausgebildet.

Grundsätzlich wird in allen Bereichen von einer weiteren Expansion ausgegangen. Der höchste Zuwachs wird mittelfristig bei der Nachfrage von Privatkunden nach qualifiziertem Schutz erwartet. Der Bundesverband Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen (BDWS) weist in diesem Zusammenhang erneut darauf hin, dass mit der qualitativ gesteigerten Ausbildung der Polizei bisher dort angesiedelte einfache Aufgaben zur Gefahrenabwehr und zur allgemeinen Sicherheit der Bevölkerung durchaus von entsprechend qualifizierten Kräften aus dem Sicherheitsgewerbe wahrgenommen werden können. Dafür spricht zusätzlich, dass heranstehende Führungskräfte in Polizei und Sicherheitswirtschaft mittlerweile an Fachhochschulen im Rahmen der Bachelor-Studiengänge ein gemeinsames Grundstudium durchlaufen.
Im Interesse der Inneren Sicherheit soll die beiderseitig bekannte und anerkannte Aufgabenzuständigkeit helfen, dass staatliche und private Sicherheitskräfte notwendigerweise immer enger zusammenarbeiten können.

Neuordnung des Ausbildungsberufes

Bei der Neuordnung der Ausbildungsberufe Schutz und Sicherheit wurde das Konzept eines Anrechnungsmodells gewählt, bei dem die Ausbildung für Servicekräfte und Fachkräfte in den ersten zwei Jahren identisch ist. Bei Bedarf und Eignung können junge Menschen nach ihrem Abschluss als IHK-geprüfte Servicekraft für Schutz und Sicherheit die dann insgesamt drei Jahre dauernde Ausbildung zur Fachkraft fortsetzen.
Beide Ausbildungsordnungen wurden am 31. Mai 2008 im Bundesgesetzblatt Teil I, Nr. 21, Seite 932 bzw. Seite 940 veröffentlicht. Sie treten zum 1. August 2008 in Kraft.
Für alle, die in der Branche noch weiter Karriere machen möchten, bietet sich die Weiterbildung zum Geprüften Meister/zur geprüften Meisterin für Schutz und Sicherheit an.

Tätigkeitsschwerpunkte

Die Tätigkeitsschwerpunkte der Servicekräfte liegen im operativen, durchführenden Bereich. Bei ihrem Einsatz in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern überprüfen und kontrollieren sie Personen, Fahrzeuge und technische Anlagen und Einrichtungen und sorgen für vorbeugende Gefahrenabwehr, beispielsweise beim Standort- und Objektschutz, bei öffentlichen Veranstaltungen oder im öffentlichen Personenverkehr.

Die Fachkräfte sind ebenfalls für die Durchführung konkreter Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen qualifiziert. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt jedoch bei der Durchführung von fachlichen Einsatzplanungen und bei der Wahrnehmung von kaufmännischen Aufgaben. Sie entwickeln individuelle Sicherheitskonzepte und legen die dafür erforderlichen technischen, organisatorischen und personellen Voraussetzungen fest. Sie erstellen Angebote und Kostenvoranschläge für Kunden und steuern die Auftragsbearbeitung.

Autor: Jürgen Stoike

Anlass: Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit, Datum: 31.05.2008, Gültig ab: 01.08.2008

Zum 1. August 2008 wird es mit den beiden Ausbildungsberufen Servicekraft und Fachkraft für Schutz und Sicherheit aktuelle Möglichkeiten für junge Menschen geben, sich in dualer Ausbildung auf die gestiegenen Anforderungen in der Sicherheitswirtschaft vorzubereiten. Ausgebildet wird in Berufsbildenden Schulen und  bei den Bildungsträgern der Sicherheitswirtschaft. Die jeweiligen Prüfungen nach zwei Jahren Ausbildung (Servicekraft) bzw. nach drei Jahren (Fachkraft) nehmen die Industrie- und Handelskammern ab.

Sachbereich: A5 Aktuelles und Grundlagen - Aus- und Fortbildung

Schlagwörter: Duale Ausbildung, Servicekraft, Fachkraft für Schutz und Sicherheit


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