Boorberg Verlag

Rechtsverordnungen über die Berufsausbildung Schutz- und Sicherheit

19.07.2008

Berufsbildungsgesetz

Das Berufsbildungsgesetz schreibt vor, dass auf bundesministerieller Ebene Rechtsverordnungen für eine geordnete und einheitliche Berufsausbildung sorgen. Eine solche Verordnung bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrates. Mit ihr werden Ausbildungsberufe staatlich anerkannt und Ausbildungsordnungen erlassen. Nur nach diesen darf ausgebildet werden. Darin ist festzulegen:
  • Bezeichnung des Ausbildungsberufes und Ausbildungsdauer
    (nicht mehr als drei und nicht weniger als zwei Jahre);
  • Ausbildungsberufsbild, Ausbildungsrahmenplan und Prüfungsanforderungen.

Ausbildungsberuf, Durchführung und Prüfungen

Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sind:
  • Rechtsgrundlagen für Sicherheitsdienste,
  • Sicherheitsbereiche, Arbeitsorganisation; Informations- und Kommunikationstechnik; Qualitätssicherung
  • Teamarbeit, kundenorientierte Kommunikation,
  • Verhalten und Handeln bei Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen,
  • Sicherheitstechnische Einrichtungen und Hilfsmittel,
  • Arbeits- und Tarifrecht; Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes; Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Beruf sowie betrieblicher Umweltschutz.
Die Ausbildenden haben für die Auszubildenden einen Ausbildungsplan zu erstellen.
Die Auszubildenden haben während der Ausbildungszeit fortlaufend einen schriftlichen Ausbildungsnachweis zu führen, den die Ausbildenden regelmäßig durchzusehen haben.

Servicekraft für Schutz und Sicherheit

Die auszubildenden Servicekräfte (vgl. Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit vom 21.5.2008, BGBl. I S. 940) haben zum Anfang des zweiten und damit letzten Ausbildungsjahres in einer 90-Minuten-schriftlichen Prüfung im Fach Verhalten und Handeln bei Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen berufstypische Aufgaben zu bearbeiten. Sie werden zum Abschluss ihrer Ausbildung im Wesentlichen inhaltlich so geprüft, wie die auszubildenden Fachkräfte nach zwei Jahren ihrer Ausbildung.
Sie können nach erfolgreich abgeleisteter Prüfung für die Dauer eines weiteren Jahres eine Ausbildung zur Fachkraft anhängen. Diese wird nach den Vorschriften für das dritte Ausbildungsjahr zur Fachkraft durchgeführt. Ihre Abschlussprüfung zur Servicekraft wird als erfolgreich abgeschlossene Prüfung Teil 1 zur Fachkraft gewertet.

Abschlussprüfung Fachkraft

Für die auszubildenden Fachkräfte gliedert sich die Abschlussprüfung in
  • einen Teil 1 zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres und
  • einen Teil 2 zum Ende der dreijährigen Ausbildung.

Ausbildungsrahmenplan

Die Ausbildungsrahmenpläne für die Service- und Fachkräfte für Schutz und Sicherheit gliedern sich jeweils in berufsprofilgebende und integrative (Anmerkung: Vereinigen von Vielfältigem zu einem übergeordneten Ganzen) Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten. Vermittelt werden:
  • Rechtsgrundlagen für Sicherheitsdienste, dabei Gefährdungssituationen bewerten, Rechtsverstöße erkennen und beurteilen;
  • Die Sicherheitsdienste und deren Aufgaben, Organisationen und Leistungen in einen gesamtwirtschaftlichen Zusammenhang einordnen;
  • Qualitätsmanagement durch Teamarbeit nach Kommunikationsregeln, dabei auf Betriebsklima, Kundenzufriedenheit und Geschäftserfolg achten;
  • Verhalten und Handeln bei Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen; persönliche und betriebliche Eigensicherung; vorbeugender und angemessen abwehrender Schutz beim Einsatz im Kundenauftrag, dabei Arten und Funktionsweise von sicherheitstechnischen Anlagen, Einrichtungen und Hilfsmittel zweckdienlich nutzen;
  • Aufbau, Betriebsverfassung, Personalvertretung, Organisation, Auftragsbeschaffung und -erledigung am Beispiel des Ausbildungsbetriebes;
  • Gefährdungsvorbeugung zur Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz; Vermeidung von betrieblicher Umweltbelastung sowie Beitrag zum Umweltschutz.
Auszubildende Fachkräfte werden zusätzlich zur Servicekraft ausgebildet in:
  • Markt- und kundenorientierte Planung und betriebliche Organisation von Sicherheitsleistungen, Angebotserstellung dafür und Auftragsbearbeitung auch durch zweckdienliche Zusammenstellung von aufgabenbezogenen Einsatzteams und
  • betriebliches Risikomanagement.

Autor: Jürgen Stoike

Anlass: Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit, Gültig ab: 01.08.2008

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung auf Grund des Berufsbildungsgesetzes die staatliche Anerkennung der Ausbildungsberufe Fachkraft (neu) und Servicekraft für Schutz und Sicherheit verordnet und zum 1. August 2008 in Kraft gesetzt. In drei Jahren zur Fachkraft bzw. zwei Jahren zur Servicekraft sollen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten erlernt werden, die in den jeweiligen Ausbildungsrahmenplänen aufgeführt sind.

Sachbereich: A5 Aktuelles und Grundlagen - Aus- und Fortbildung

Schlagwörter: Ausbildungsrahmenplan, Fachkraft, Schutz- und Sicherheit, Servicekraft


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