Boorberg Verlag

Rahmenlehrplan Berufsschule zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit

03.09.2006

Auszug zum Stand der Entwicklung des Ausbildungsberufs

Die Pressemitteilung des Bundesverbands Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen e.V. (BDWS) schreibt in der Ausgabe 8/2006:
  • Kontinuierlich steigende Zahl der Auszubildenden seit Einführung des Ausbildungsberufs im Jahre 2002;
  • 2005 wurden 1.713 junge Menschen im Sicherheitsgewerbe ausgebildet;
  • von den ersten neun Prüfungsteilnehmer(n)innen (2004) bestanden drei die Prüfung; 2005 erhielten 230 von 332 Prüflingen ihre Abschlussurkunde.
Aus der Pressemitteilung der Deutschen Bahn AG (DB) vom 4. August 2006 ist zu entnehmen, dass nach drei Jahren Ausbildung jetzt 15 Auszubildende im Alter zwischen 21 und 27 Jahren ihre Prüfung bestanden haben. Gegenwärtig werden 85 Auszubildende in sechs Niederlassungen der DB-Sicherheit zur Fachkraft ausgebildet. Im September 2006 starten weitere 45 Auszubildende. Wichtig dazu sei, dass die Auszubildenden frühzeitig die enge Zusammenarbeit von Bahn mit Landes- und Bundespolizei kennen lernen.

Rahmenlehrplan der Berufsschule

Der Rahmenlehrplan für den berufsbezogenen Unterricht der Berufsschule zum Ausbildungsberuf Fachkraft für Schutz und Sicherheit fußt auf dem Beschluss der Ständigen Konferenz der Kultusminister und -senatoren der Länder (KMK) vom 14. Mai 2002. Der Rahmenlehrplan baut grundsätzlich auf dem Hauptschulabschluss auf und ist in eine berufsfeldbreite Grundausbildung und eine darauf aufbauende Fachbildung gegliedert.
Die Länder übernehmen den Rahmenlehrplan unmittelbar oder setzen ihn in eigene Lehrpläne um. Dabei achten sie darauf, dass das im Rahmenlehrplan berücksichtigte Ergebnis der fachlichen und zeitlichen Abstimmung mit der jeweiligen Ausbildungsordnung erhalten bleibt.
Die Berufsschulen und die Ausbildungsbetriebe erfüllen in dieser dualen Berufsausbildung (Theorie und Praxis) zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit einen gemeinsamen Bildungsauftrag.
Der Rahmenlehrplan ist mit der Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit vom 23. Juli 2002 abgestimmt (BGBl. I 2002 S. 2757 - Nr. 51 vom 26. Juli 2002).

Die Lernfelder (grob vorgestellt)

Zielformulierungen zu Lernfeld-Inhalten mit unmittelbarem Bezug zur Sicherheitswirtschaft (stichwortartig und dem Sinne nach):
  • Schnittstellen der unterschiedlichen Handlungsfelder Objekt- und Anlagenschutz, Verkehrsdienste, Veranstaltungsdienste, Personen- und Werteschutz,
  • Rechtsgrundlagen für Leistungen im Sicherheitsgewerbe;
  • Arbeitsplatzgestaltung unter Berücksichtigung von Umweltschutz, Unfallverhütung, Mitwirkungs- und Mitbestimmungsrechten;
  • Bedrohungsanalyse für zu schützende Objekte, daraus Schutzziele benennen; präventive Sicherungsmassnahmen, Methoden des Konfliktmanagements und der Deeskalation;
  • Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten technischer Einrichtungen und Hilfsmittel zur Absicherung und Kommunikation; Funktionsanleitungen, -anweisungen auch in englischer Sprache verstehen;
  • Datenschutz und Datensicherheit, Umgang mit und Schutz von Betriebsgeheimnissen;
  • Personenschutz, Grundlagen des Waffenrechts und der Eigensicherung;
  • einrichten und abwickeln von Geld- und Werttransporten;
  • Einsatz bei Veranstaltungen mit Konfliktpotenzial, Sicherungsmaßnahmen auch in Kooperation mit öffentlichen Institutionen und anderen Sicherheitsdiensten, überwachen des ruhenden und fließenden Straßenverkehrs, im Gefahrenfall angemessen aussagen und Anweisungen auch in englischer Sprache erteilen;
  • Einsatzgrundsätze zum vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz;
  • Leistungen im Sicherheitsdienst finanziell planen und Kostenangebot erstellen, Umgang mit Begriffen wie Deckungsbeitragsrechnung, Vor- und Nachkalkulation, Voll- und Teilkostenrechnung, Terminplanung für Auftragsausführung bzw. Auftragserteilung;
  • Werbemaßnahmen zum Herstellen und Pflegen von Kundenkontakten mit dem Ziel dauerhafter Geschäftsbeziehungen.
Ansprechpartner bei BDWS und Deutsche Bahn AG:
  • Martin Hildebrandt, stv. Geschäftsführer BDWS, Telefon (06172) 94 80 50
  • Oliver Schumacher, Deutsche Bahn AG - Kommunikation, Potsdamer Platz 2, 10 785 Berlin

Autor: Jürgen Stoike

Anlass: Fachkraft Schutz und Sicherheit, Berufsschule, Rahmenplan

Die Anzahl der Auszubildenden im Ausbildungsberuf Fachkraft für Schutz und Sicherheit, eingeführt 2002, steigt kontinuierlich. Bis 2005 wurden 1.713 junge Menschen im Sicherheitsgewerbe ausgebildet. Grundlage für das duale Ausbildungssystem der Berufsschulen ist der Rahmenlehrplan für den berufsbezogenen Unterricht nach dem  Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 14. Mai 2002. Lernfelder werden vorgestellt.

Sachbereich: A5 Aktuelles und Grundlagen - Aus- und Fortbildung

Schlagwörter: Fachkraft für Schutz und Sicherheit, Berufsschule, Ausbildungsberuf, Rahmenlehrplan Berufsschule


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