Boorberg Verlag

Masterstudiengang Katastrophenvorsorge/Katastrophenmanagement

13.07.2007

Studiengang Katastrophenvorsorge/Katastrophenmanagement

Die Universität Bonn führt in Kooperation mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) einen zweijährigen Masterstudiengang "Katastrophenvorsorge - Katastrophenmanagement, KaVoMa" durch. Diese Fortbildung soll keine Alternative zu bereits bestehenden Fortbildungsangeboten anderer Ausbildungseinrichtungen darstellen. Es soll vielmehr eine Lücke auf akademischem Niveau geschlossen werden.

Aufbaustudiengang zur Erfassung komplexer Schadensereignisse

Ziel des Aufbaustudienganges ist es, einen akademisch qualifizierten Generalisten mit vertieftem Fachwissen auszubilden, der auf der Grundlage interfakultativer Kernkompetenzen aus dem natur- und sozialwissenschaftlichen Bereich in der Lage ist, komplexe Schadensereignisse ganzheitlich zu erfassen. Zudem soll der Absolvent sowohl präventiv als auch reaktiv zielorientiert mit derartigen Problemstellungen umgehen können.
Gleichzeitig ist eine Alternative zu anderen, nichtakademischen Berufsausbildungen eröffnet.

Berufsbegleitender Fernstudiengang

Der Studiengang setzt sich aus verschiedenen Modulen zusammen. Die Präsenzanteile werden im acht- bis zehnwöchigem Rhythmus an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) des BBK als Blockseminare in Ahrweiler durchgeführt. Neben den Grundlagen und Begriffen werden geisteswissenschaftliche, naturwissenschaftliche und ingenieurtechnische Methoden vermittelt. Der Themenbereich der öffentlichen Gesundheitsvorsorge, der Katastrophenpsychologie, des Umwelt- und Ressourcenmanagements bildet einen weiteren Abschnitt des Studiums.
Risiko- und Katastrophenmanagement einschließlich der Risikokommunikation stellt einen zusätzlichen Schwerpunkt innerhalb der Grundlagen dar. In dem Modul Katastrophenmanagement werden die Fähigkeiten zur Konzeption komplexer Projekte vermittelt. In den Modulen zur "Spezialisierung" werden dann bestimmte politische und gesellschaftliche Prozesse untersucht, die Auswirkungen auf das Katastrophenmanagement haben bzw. hiermit in Wechselwirkungsbeziehungen stehen. Dazu kommt auch die Behandlung spezieller Risiken von der Naturkatastrophe bis hin zu Fragen der Anlagensicherheit moderner Industriegesellschaften.
In der letzten Präsenzphase werden in Form eines Projektseminars Kenntnisse von Mechanismen und Methoden zur Prävention und Reaktion im Krisen- und Sicherheitsmanagement der öffentlichen Verwaltung und der freien Wirtschaft vermittelt.

Praxisbezug der theoretischen Ausbildung

Das Studium schließt nach zwei Jahren mit einer Masterarbeit ab. Interessant ist auch die Zusammensetzung der Studierenden: Alle haben bereits einen Hochschulabschluss vorzuweisen und sind bereits seit Jahren in den verschiedensten Berufsfeldern tätig. Im derzeitigen Durchgang ist eine Qualitätssicherheitsmanagerin aus der Lebensmittelindustrie ebenso vertreten wie eine Pastorin, ein hauptamtlicher Mitarbeiter der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW), zwei Bundeswehroffiziere, davon wiederum ein Arzt. Dazu weitere ansprechende Berufe.
Gerade dieser interfakultative Austausch von berufserfahrenen Studenten, die alle im Leben stehen, untereinander, aber auch mit den Lehrbeauftragten und Dozenten, die aus unterschiedlichen Bereichen der Universität, aus Behörden oder anderen Institutionen kommen, macht den besonderen Reiz dieses einmaligen Studiengangs aus. Diese Verbindung garantiert zusätzlich den ständigen Praxisbezug der theoretischen Ausbildung.

Studiengebühren

Die Studiengebühren betragen über die zwei Jahre nicht ganz 6000 €. Das ist - verglichen mit anderen Ausbildungsangeboten - erstaunlich günstig. Darüber hinaus haben sich auch einige Arbeitgeber bereit erklärt, sich durch Kostenübernahme aber auch durch zeitliche Freistellungen an den Aufwendungen ihrer Mitarbeiter zu beteiligen.
Das ist ein weiteres Indiz dafür, dass KaVoMa als nützlich angesehen wird. Somit ist das Thema Bevölkerungsschutz jetzt auch zielführend in der akademischen Ausbildung verankert.
Studienbeginn ist immer zum Wintersemester.

Autor: Dr. rer.pol. Dirk Freudenberg

Anlass: Katastrophenvorsorge/-management

In Kooperation mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe führt die Uni Bonn einen zweijährigen Masterstudiengang Katastrophenmanagement durch. Geisteswissenschaftliche, naturwissenschaftliche und ingenieurtechnische Methoden sowie u.a. die Behandlung besonderer Risiken von der Naturkatastrophe bis zur Anlagensicherheit moderner Industriegesellschaften werden in einem Fernstudiengang vermittelt.

Sachbereich: A5 Aktuelles und Grundlagen - Aus- und Fortbildung

Schlagwörter: Bevölkerungsschutz, Katastrophenmanagement, Master


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